my convertible back
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Mein 1300er ist Baujahr 1966, Erstzulassung April 1966. Der erste 1300er, Exportmodell mit Schiebedach. Der Wagen gehörte der Tochter von Nachbarn meiner Eltern, die leider in jungen Jahren verstarb. Die Eltern übernahmen den Wagen und fuhren damit nur sehr wenig, die meisten Fahrten waren einmal jährlich zur technischen Überprüfung. Die letzten Jahre kamen nur etwa 100 KM dazu, vier Jahre bevor ich ihn kaufte, wurde er abgemeldet und stand in einer Garage.

Schließlich entschlossen sich die Leute, das Auto zu verkaufen und boten es mir im Juni 1998 an, ich griff ohne zu Zögern noch am selben Tag zu, eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereute.

Der Käfer hat daher nur echte 78.000 Km auf dem Tachometer, nachweisbar durch das vollständige Serviceheft. Dementsprechend wenig Rost ist auch vorhanden, lediglich an zwei Stellen gibt es Schäden: unter dem rechten Trittbrett eine geschweißte Durchrostung, typische Käferstelle und unter der Sitzbank ein etwa münzgroßes Loch in der Karosserie. Dieses habe ich mit Hohlraumwachs versiegelt und nur von außen abgedichtet, vor allem die Schweißstellen und die Hohlräume, wo zwei Bleche zusammengeheftet sind, aber sonst wurde nichts geschweißt. Erstens befindet sich das Loch unter einer Verkleidung, ist also unsichtbar, zweitens ist es keine tragende Stelle, also unproblematisch und drittens kann ich so überprüfen, ob die Stelle wiederum rostet oder nicht. Bisher ist nach 4 Jahren an dieser Stelle kein Rost mehr aufgetreten.

Lediglich der Teppich auf der Beifahrerseite mußte entfernt werden, da irgendwann einmal die Batterie übergekocht war und die Säure den Teppich und den Lack der Bodenplatte zerfressen hat. Das ist aber weniger schlimm und mit schwarzer Farbe leicht zu beheben. Vorher müssen jedoch die Reste der Batteriesäure entfernt werden, ein langwieriges Unterfangen, immer noch bildet sich durch die Luftfeuchtigkeit weißes Pulver, ein untrügliches Zeichen, dass noch nicht alle Reste der Schwefelsäure entfernt sind. Ein etwas mühseliger Vorgang, vor allem sieht die Stelle auf dem Foto etwas wild aus, ist aber nur oberflächlich.

Durch das lange Stehen in der Garage hat das Fahrzeug technisch etwas gelitten. Nichts Tragisches, aber doch waren einige Reparaturen notwendig. Der Motor lief nur auf einem (!) Zylinder, es funktionierte nur eine Bremstrommel und die Kupplung war ziemlich verölt. Sonst präsentierte sich der Wagen in nahezu perfektem Zustand, nur die Kotflügel und die Motorhaube hatten einen neuen Lack, der Rest ist noch original. Auch die Innenausstattung ist praktisch unversehrt, die Sitze haben keinerlei Löcher.

Der Motor sprang bald wieder ganz leicht an, nachdem ich die Zündkerzen geputzt hatte, lief er wieder wie eine Nähmaschine. Alle Schläuche und der Auspuff waren neu, lediglich etwas eingebranntes Öl am Motorblock und dem Vergaser störte den Anblick.

Durch einen längeren Auslandsaufenthalt kam ich erst im Frühjahr 1999 dazu, den Käfer herrichten zu lassen. Die Fahrt mit Probekennzeichen zum Mechaniker mit nur einer Bremse war recht abenteuerlich, ging aber gut! Nachdem nur Bremsen, Motor und Kupplung zu machen waren, war das Auto nach einer Woche fertig und präsentierte sich mit den neuen Weißwandreifen in einem Traumzustand.

Motorisch war alles in Ordnung gewesen, lediglich die Benzinpumpe war undicht und so erhielt der Motor eine neue vom Mexiko-Käfer, ein Sakrileg, die alte zerlegbare Benzinpumpe wartet daher auf eine Reparatur, damit sie stilecht wieder eingebaut werden kann. Nun blitzt auch der Motor wieder wie neu. Versteckt hinter dem Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung ist rechts oben am Lüftergehäuse ein Relais zu sehen, dieses dient zur Behebung eines alten 6V Problems: durch den Spannungsabfall wegen der langen Kabelführung von der Batterie über das Zündschloß bis zum Starterrelais erhält diese zu wenig Spannung um noch den Startvorgang auslösen zu können. Dies läst man durch ein weiteres Relais, das mit ganz wenig Schaltspannung auskommt und schaltet damit das eigentliche Starterrelais. Nicht ganz original, aber diese Schaltung findet man bei fast allen 6V Käfern.

Mittlerweile wird der 1300er an sonnigen Tagen gefahren, er läuft absolut ohne Probleme. Auch bei den Käfertreffen in Eggenburg machte er gute Figur!

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Last update 28.02.2004

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