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Mein Cabrio ist Baujahr 1965, Erstzulassung April 1965. Schon lange suchte ich ein Käfer Cabrio, aber es dauerte sehr lange, bis ich mein Traumauto fand. Ein vielversprechender 1302 stellte sich leider als zu sehr verrostet heraus. Ein 1500er, Baujahr 1969, den ich bei einem Händler entdeckte, war für seinen Zustand viel zu teuer. Ein 1303 Cabrio wollte ich nicht unbedingt, denn die Panoramascheibe ist für mich nicht mehr der klassische Käfer, irgendwie kam mir auch kein 1303er zu einem annehmbaren Preis unter.

Dann sah ich im Frühjahr 2003 im Motorbazar eine Anzeige, ein 1965er Cabrio. Ich schrieb sofort ein Mail und erhielt einmal keine Antwort. Etwas enttäuscht fuhr ich auf Urlaub. Im September 2003 erschien das gleiche Inserat nochmals und diesmal erhielt ich eine Antwort. Ein Bild war auch dabei und ich wußte, wenn das Auto nicht völig durchgerostet ist, wird das mein Cabrio! Ich rief an, das Foto war zwar schon einige Jahre alt, aber es war es wert, es anzusehen. Es stand zwar in Salzburg aber als ich es sah und die wichtigsten Käferstellen begutachtete, wußte ich, es paßt. Über den Preis wurden wir uns rasch einig, und zwei Wochen später stand das Cabrio auf einem Transportanhänger und fuhr im Schlepptau wieder zurück nach Wien, dort, wo es vor Jahrzehnten das erste mal zugelassen wurde. Die Fahrt war aufregend, schließlich hat man nicht jeden Tag ein Auto hinten dran, auch wenn ich das Fahren mit Anhängern gewöhnt bin. Dennoch war es finster, bis der Wagen endlich in meiner Garage in Wien stand.

In der nächsten Zeit wurde das Cabrio einer ausgiebigen Begutachtung unterzogen. Ich bin mittlerweile der 19. Besitzer, der vorletzte Besitzer restaurierte den Wagen vor etwa 10 Jahren. Daher ist auch der Rost praktisch repariert, überall an den wesentlichen Käferstellen wurden neue Bleche eingeschweißt, auch die speziellen Cabrio Längsträger, die dem Fahrzeug eine wegen des fehlenden Daches notwendige zusätzliche Steifigkeit verleihen, wurden erneuert. Das Dach wurde zwar auch neu gemacht, aber leider hat es einen bösen und langen Schnitt, es gibt immer wieder Vandalen, leider. Durch den Schnitt sieht man die Polsterung des Daches, unter der eigentlichen Dachschicht ist eine Leinenschicht, darunter eine Schicht aus Roßhaar zur Isolierung, darunter noch eine Leinenschicht und dann der Innenhimmel. Damit wäre das Auto sogar winterfest. Der Lack wurde damals bei der Restaurierung wenig liebevoll angebracht und muß jedenfalls erneuert werden. Alles in allem eine hervorragende Basis für die Restaurierung.

Dennoch fehlten einige Teile: die originalen Felgen, die Rücksitzbank, das originale Lenkrad, das originale Rückfenster und vor allem die originale Motorhaube.

Das Cabrio hatte überbreite Felgen mit 175/70er Reifen und Weißwandringen, das sieht doch etwas protzig aus, man sieht, wie die Reifen über die Kotflügel hinausstehen. Die Rückbank des Cabrios ist völlig anders gebaut als jene der Limousine, denn das Cabrio hat unter der Sitzbank einen Querträger zur Versteifung der Karosserie. Sie ist wohl irgendwann in der Geschichte des Autos verloren gegangen. Das Lenkrad sieht zwar sportlich aus, aber das originale weiße Käferlenkrad ist doch besser. Das Heckfenster ist eine beheizbare Scheibe, ein Stilbruch, denn 1965 gab es heizbare Heckscheiben noch nicht. Und schließlich die Motorhaube, irgendwann hat jemand eine Motorhaube eines 1303ers eingebaut. Die 65er Cabrio-Motorhaube hat noch die berühmte Nase in der Mitte und nur zwei Luftschlitze. Also galt es, die fehlenden Teile irgendwie zu besorgen.

Gott sei Dank gibt es ja Ebay! Ein Lenkrad war schnell gefunden und ich gewann die Auktion, es muß zwar restauriert werden, man sieht am Foto die abgenutzten Stellen, aber mit Feinspachtel und Lack ist das mit etwas Übung kein Problem. Auch die serienmäßigen 4 Zoll breiten fünf Loch Felgen für die halbrunden Radkappen waren nach wenigen Wochen gefunden, das einzige Problem war der Versand aus Deutschland, solche Felgen sind ja nicht gerade klein und leicht.

Mehr Kopfzerbrechen machten mir die Motorhaube und die Rücksitzbank. Um ehrlich zu sein, meine Hoffnung, die Teile rasch zu finden war recht gering. Man muß wissen, von 1949 bis 1980 wurden nur etwa 330.000 Cabrios gebaut, die Motorhaube, die ich brauche gab es nur 1965 und 1966 (für Experten: breite Kennzeichenleuchte, Nase auf der Haube und das Haubenschloß mit dem Druckknopf). Cabrios dieses Baujahres sind entweder schon längst verschrottet oder werden liebevoll restauriert. Kaum eine Chance, dachte ich mir. Doch dann wurde bei Ebay eine Motorhaube eines 1966er Cabrios angeboten, zwar etwas angerostet aber vollständig erhalten. Das Ersteigern war sehr aufregend, aber ich schaffte es, für 205 Euro (tat weh, aber ich brauchte das Ding!) war die Haube mein! Kurz danach erstand ich auch noch eine Heckscheibe vom gleichen Schrottfahrzeug, die erste Hürde war geschafft.

Das Glück blieb mir hold, auch eine Rücksitzbank eines 1967er Cabrios wurde in Ebay angeboten und wieder gewann ich die Auktion. Ich ging etwas Risiko ein, denn ich wußte nicht, ob die 67er Bank in mein 65er Cabrio paßte, aber so eine Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen und ich hatte Glück: die Bank paßt perfekt! Wieder ein Stück geschafft!

Die übrigen Dinge, die ich für die Restaurierung brauche, sind weniger schwierig, sie gibt es zu kaufen, die zweifärbigen Innenverkleidungen der Türen, ein neues Verdeck von Sonnenland, dazu auch den Innenhimmel, Radkappen und einige Zierleisten. Natürlich auch die Weißwandreifen, die ich auch auf meiner 1300er Limousine habe.

Die Restaurierung erfordert professionelle Hilfe, ich werde zwar so viel als möglich selbst machen, aber der Käfer muß komplett neu lackiert werden (er war, wie ich feststellte, übrigens früher weiß, ich lasse ihn aber rot). Derzeit (Anfang 2004) bin ich am Planen, wie die Arbeiten am Besten koordiniert werden können.

Die Kupplung und der Starter müssen repariert werden, sonst fielen mir keine wesentlichen technischen Mängel auf. Der Motor ist leider nicht mehr der originale 1200er Motor sondern ein 1300er, der aber auch noch aus den 60ern stammt, sodaß der Stilbruch nur unwesentlich und vor allem von außen nicht sichtbar ist. Die genaue Kilometerleistung ist schwer feststellbar, da der Tachometer nur 100.000 Km anzeigen kann, also wird es wohl ein Vielfaches davon sein. Aber der Käfermotor ist üblicherweise kaum umzubringen. Mit dem Motortausch erfolte auch ein Umbau auf 12 Volt, das ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn ich sehe an meinem 1300er immer wieder, dass die 6 Volt Anlage oft an ihre Grenzen stößt.

Neue Geschichten und Bilder zum Cabrio gibt es, sobald die Restaurierung fortschreitet! Alle Cabriobilder sind auch unter dem Link "Bilder" oben zu finden.

Last update 28.02.2004

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